Patronat: Assisi; der Klariss(inn)en (Ordo S. Clarae/OSCI), Blinden, Wäscherinnen, Stickerinnen, Glaser, Glasmaler, Vergolder; des Fernsehens (seit 1958); gegen Fieber und Augenleiden
Chiara, um 1193 in Assisi geboren, entstammte dem Adelsgeschlecht der Offreduccio Favarone und war für eine standesgemäße Hochzeit vorgesehen.
Sie war so sehr vom damals schon berühmten Franziskus von Assisi (Heiliger) und seiner einfachen, menschenfreundlichen Lebensweise beeindruckt, dass sie mit 18 Jahren das Elternhaus verließ, das weltliche Leben aufgab und das Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ablegte. Zum Zeichen dafür schnitt Franziskus ihr die langen Haare ab und ersetzte ihre teure Kleidung durch ein einfaches Büßergewand. Da Franziskus damals noch keine Nonnenklöster seines Ordens eingerichtet hatte, schickte er sie zuerst in ein Benediktinerinnenkloster, später lebte sie in einem Haus bei der kleinen Kirche von San Damiano bei Assisi, zusammen mit ihrer Schwester Agnes und anderen jungen Frauen, die das gleiche Gelübde abgelegt hatten. Ein schnell wachsendes Kloster und der Orden der »Armen Schwestern«, der Klarissinnen, entstanden. Papst Innozenz III. erteilte ihm 1215 das Armutsprivileg. Allen Versuchen ihrer Familie, sie zurückzuholen, widerstand sie, ja ihre Mutter Ortolana und die andere Schwester Beatrice schlossen sich ihr an.
Ihrer schwachen Gesundheit wegen konnte sie ab 1224 das Bett nicht mehr verlassen, leitete aber weiter tatkräftig ihren sich schnell ausbreitenden Orden. Schon aus dieser Zeit werden viele Wunder berichtet, die sie bewirkt haben soll, etwa die Heilung hoffnungslos Kranker. Als die Sarazenen 1240 und 1241 Assisi belagerten, ließ sie sich vors Tor tragen und hielt unter lautem Gebet den Heiden ein silbernes Reliquienkästchen (nach anderen Quellen eine Monstranz, »capsa argentea«) entgegen, woraufhin diese erschrocken die Belagerung abbrachen.
Ihren längsten Kampf aber führte sie um die Anerkennung ihres Ordens durch den Papst, der für diesen nur ungern wesentliche Elemente wie völlige Armut akzeptieren wollte. Erst als sie auf dem Sterbebet lag, schickte ihr Papst Innozenz IV. (1243–54) die ersehnte Bestätigung der Ordensregel. Zwei Tage darauf, am 11. August 1253, starb Chiara. Man bestattete sie in ihrem Kirchlein San Damiano, bettete sie aber bald darauf nach San Giorgio um. 1260 überführte man ihre Gebeine schließlich in die neu erbaute Kirche Santa Chiara in Assisi, wo der unverweste Leichnam heute noch verehrt wird.
Bereits am 15. August 1255 erfolgte durch Alexander IV. ihre Heiligsprechung.
Darstellung: als Nonne im dunklen Klarissenhabit; oft zusammen mit anderen Heiligen des Franziskanerordens
Attribute: Stab, Kreuz, Regelbuch, Ziborium oder Monstranz; Lilie (Symbol der Keuschheit)

Quelle: Herder-Verlag
